Sonniges und regenreiches Minca

Wiederum von Santa Marta geht es in das Dörfchen Minca. Die Fahrt in einem Collectivo vom Marktplatz dauert ca. 45 min und kostet mal gerade 8000 COP pp (2,20€). Nachdem wir die Großstadt verlassen, geht es schnell steil bergauf, da Minca auf 600 m liegt. Minca befindet sich in dem Gebirge Sierra Nevada. Das Gebiet ist erst seit ein paar Jahren bereisbar, vorher wüteten hier vor allem die Paramilitärs.

Unterwegs fängt es dann auch wieder an zu regnen, und der Fahrer hält kurz an, um eine Plane um die Rucksäcke und Koffer zu spannen, die sich auf dem Dach des Geländewagens befinden. Angekommen in Minca, nehmen wir einen weiteren Geländewagen als Taxi, der uns zu unserer Unterkunft El Eden bringt, die nochmal ein paar km weiter entfernt ist. Bevor wir allerdings von der Straße noch zu Fuß ein wenig weiter hoch zum Hostel gehen können, müssen wir uns unterstellen, der alltägliche Weltuntergang am Nachmittag geht wieder los, aber gut, es ist halt Regenzeit.

Überhaupt ist das Wetter doch sehr launisch, vom schönsten Sonnenschein, bis zu sehr starken Gewittern, bis Wolken, die durch einen ziehen und man nichts mehr sieht. Auch Ausläufer der verheerenden Hurrikane streifen immer mal wieder die Küste. So Massen an Regen haben wir wirklich noch nie gesehen, und auch Blitz & Donner sind so stark und laut, dass das ganze Haus vibriert. Hier mal ein paar Eindrücke:

Aber Hauptsache die Kinder vom Restaurant, bei dem wem wir uns unterstellen, haben Spaß 🙂

Wenn das Wetter allerdings schön ist, genießt man eine wunderschöne Aussicht auf unserer Terrasse bis an die Karibikküste.

Der Blick aus unserem Badezimmer ist aber auch nicht von schlechten Eltern 🙂

Aber auch bei schlechtem Wetter lässt es sich in den Hängematten sehr gut aushalten ? chillen, lesen und lecker kochen. Es ist alles sehr grün und überall gibt es unzählige Vögel, die vor allem in der Dämmerung einen Heiden Lärm veranstalten. Darunter auch viele kleine grüne Papageien. Uns gefällt es hier so gut, dass wir aus den geplanten 2 Nächten direkt mal 5 machen ?

Kaffee, Bierchen und ein Tukan

Wir machen ein paar kleine Ausflüge, vor allem früh morgens, wenn das Wetter noch gut ist. Am ersten Tag geht es zu dem Wasserfall Pozu Azul, eine kleine schöne Wanderung durch den Dschungel. Es ist uns allerdings etwas zu kalt zum schwimmen.

Außerdem besuchen wir die Kaffeefarm Victoria, gegründet 1892, heute von einer deutschen Familie in dritter Generation betrieben. Wir wandern ca. 1,5 Stunden bis zu dieser schönen Finca, und nehmen noch eine „Abkürzung“, die sich allerdings als beschwerliche Dschungelwanderung entpuppt ? Es geht vorbei an Unmengen von riesengroßen Bambussen.

Auf der Kaffeefarm machen wir eine Führung, die sehr interessant ist. Und obwohl auf Englisch, verstehen wir nicht alles, da zum einen die Maschinen nicht in Betrieb sind (die Ernte geht erst im Oktober wieder los), zum anderen wir als Teetrinker viel zu wenig Ahnung haben.

Wir lernen, wie man gute von schlechten Kaffeebohnen unterscheidet und dass die Kaffeepflücker als Saisonarbeiter von Gebiet zu Gebiet ziehen, pro kg Kaffeebohnen bezahlt werden, und ca. 300 kg am Tag pflücken können. Maschinen einzusetzen ist nicht möglich, da sich die Plantagen an den Hängen befinden.

Die ganze Farm wird recht ökologisch vor allem durch das hindurchströmende Flusswasser angetrieben. Interessanterweise trinken die Kolumbianer selber eher durchschnittlichen Kaffee, der Großteil der Produktion geht ins Ausland. Die einstündige Führung kostet lediglich 10.000 COP pp (2,50 €) und 2 Tassen guten Kaffee gibt es vorab auch noch.

Außerdem gibt es auf dem Gelände noch eine kleine Privatbrauerei, die 3 verschiedene Craft Biere herstellt, die wir natürlich auch alle probieren ?

Am letzten Tag machen wir noch einen Ausflug zum Café Faunal, wir hatten gehört, da kann man Vögel beobachten. Angekommen bekommen wir einen Guayaba Saft und gehen zum „Bird Feeder“, bei dem wie der Name schon besagt, Vögel gefüttert werden. Der Typ vom Café bestückt einen Holzbalken mit Bananen und Papaya, pfeift ein paar Mal und schon kommen einige Vögel, erst mal schüchtern und abwartend. Und dann kommt der Vogel, auf den wir gehofft hatten. Er beobachtet das Ganze auch erst mal und traut sich dann aber vor. Der Tukan ist für mich der schönste Vogel und so nah in freier Wildbahn konnten wir ihn noch nie beobachten, sensationell ?

Im Hostel treffen wir noch Miroslav, der seit 7 Jahren um die Welt segelt und seit 3 Jahren in der Karibik. Er nimmt immer Leute mit, und verdient so sein Geld. Er macht einen sehr entspannten Eindruck, lächelt immer und wir kommen schnell ins Gespräch. Zur Zeit kann er wegen der Hurrikan Saison nicht segeln, hat sich aber ein Stück Land nebenan gekauft und lässt dort bauen. Ihm gefällt es hier genauso gut und möchte Minca als „Base“ nutzen für seine Ausflüge oder vielleicht auch mal ein Hostel eröffnen. Sehr spannend und um ehrlich zu sein, ist Minca der erste Ort auf unserer Reise, an dem wir uns das auch vorstellen könnten ?

2 Kommentare
  1. Johannes G
    Johannes G sagte:

    Hi Micha, hi Tina,
    endlich die letzten Berichte gelesen ? toll.
    Ich fände ja als nächstes einen Segeltrip durch die Karibik mit diesem Miroslav interessant ? oder ihr eröffnet dort ein Hostel und eine Bar und lasst euch besuchen ?
    Ich freue mich auf weitere Reiseberichte, einfach faszinierend und sehr schön. Danke. Muntert in der trüben Jahreszeit richtig auf ?
    VG
    Ps.: Karneval seid ihr dabei?

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