Flug und Unterkunft, naja…

Für uns geht nach 2 wirklich schönen Wochen in Vietnam weiter nach Malaysia in die Hauptstadt Kuala Lumpur. Unser Flug mit Air Asia geht pünktlich los und wir gönnen uns Sitze in der ersten Reihe. Beim letzten Flug hab ich mich mit meiner Größe, wie in einer Konservenbüchse eingequetscht gefühlt und bei 3 Stunden Flug will ich mir das nicht wieder antun. Wir schweben also über den Wolken in das nächste Land. Kurz vor der Landung kommt eine Durchsage des Stewards, er müsse jetzt laut Gesetz irgendwas herumsprühen, und man sollte sein Gesicht schützen, sehr vertrauenserweckend… Dann geht der Steward mit einem Spray durch den Gang und fängt an zu sprühen, ich frage ihn später was das soll und er antwortet mir: „Do not worry my friend, it is against virus and bacteria, and I am doing this since 7 years and I have no problems.“ Ich schätze es sind irgendwelche Pestizide, hoffe sehr, dass das für ihn wirklich keine Langzeitschäden mit sich bringt…

Als wir dem Boden näher kommen, sehen wir aus dem Fenster riesige und unendliche Felder von Palmen, die höchstwahrscheinlich dazu dienen, Palmöl herzustellen, ein großer Industriezweig Malaysias. Nach der Landung müssen wir erst mal 15 min durch diesen riesigen Flughafen latschen, bis wir zur Immigration kommen. Diese geht schnell und unkompliziert und nun dürften wir hier 90 Tage verweilen. Nach dem wir die Koffer abgeholt haben, entdecken wir in der Vorhalle des Flughafens, die einer Mall gleicht, mal wieder Auntie Anne’s, wo wir uns eine von Zucker und Butter triefende Cinammon Brezel gönnen, fast schon ein Ritual bei uns 🙂

Dann hol ich mir mit der App Grab eine Fahrt Richtung unseres gebuchten Airbnb in der Innenstadt. Die Fahrt dauert locker über eine Stunde, und wir sind froh, als wir endlich ankommen. Das Airbnb ist allerdings eine ziemliche Enttäuschung. Die Unterkunft ist mit 5 von 5 Sternen bewertet und die Fotos lügen auch nicht. Mit der Wohnung an sich kann man auch leben, aber der ganze Komplex (Regalia) ist eine heruntergekommene Katastrophe. Hier stehen mehrere Hochhäuser aneinander, die von außen schon nicht besonders vertrauenserweckend aussehen, aber als wir in den Aufzug steigen, wird uns mulmig. Ein Aufzug ist nur mit Holz verkleidet, bei einem anderen hängen die Lampen runter, bei einem weiteren fällt fast die ganze Armatur raus, wenn man ein Stockwerk drückt usw. Überhaupt sieht das ganze so aus, als würde gerade renoviert, nur das niemand renoviert… Um aus dem Komplex herauszukommen, um beispielsweise eine Bahn zu nehmen, muss man durch eine dunkle und dreckige Tiefgarage gehen. Naja, wie auch immer, wir fühlen uns auf jeden Fall nicht besonders wohl hier, können aber auch nicht mehr so einfach stornieren und finden zu erst auch kaum bezahlbare Alternativen in Kuala Lumpur. Um auch mal etwas Positives zu erwähnen, der Ausblick von unserer Wohnung sowie die vom Pool auf dem Dach, ist der Wahnsinn (und wahrscheinlich der Grund für die guten Bewertungen). Außerdem ist man in 5 min zu Fuß in einer großen und neuen Mall, in der man gut essen und der Hitze entfliehen kann.

Wir ziehen allerdings frühzeitig aus der Wohnung aus und können uns mit unserem Gastgeber auch noch fair einigen. Nachdem wir eine Nacht unter Hardcore Techno von nebenan verbracht haben, reicht es uns einfach und wir mieten uns in ein kleines Hotel in der Stadt ein. Hier im Big M Hotel ist es wirklich nett, das Zimmer zwar klein und der Ausblick geht nur auf Bahngleise, aber Hauptsache wir fühlen uns wohl 🙂

Schmelztiegel von Menschen und Kulturen

Kuala Lumpur ist wirklich ein Schmelztiegel der unterschiedlichsten Menschen und Kulturen. Das fällt uns vor allem am ersten Tag auf, an dem wir mit der Metro in die Innenstadt fahren. Dunkelhäutige Inder, unterschiedliche und für uns nicht auseinander haltbare Asiaten, Frauen mit Kopftuch, Männer mit langen Roben und Hüten, und Touristen aus aller Welt tummeln sich hier. Was uns auffällt, nur durch ein wenig dumm gucken (was wir zu jeder Tages- und Nachtzeit gut können) auf die Fahrpläne der Metro, kommt uns direkt jemand zu Hilfe, und fragt wo es hingehen soll und zeigt uns dann den Weg, auf der Hin- und Rückfahrt! Echt nett!

Auch das Essen ist Multikulti, wir essen malaysisch, indisch, chinesisch, italienisch, japanisch und da wir im Big M über dem McDonalds wohnen (der Hotelname hat sich evtl. daran orientiert), gibt es zum Frühstück auch mal amerikanisches Essen.

 Fragt uns nicht mehr, was das eigentlich ist. Es war eine Art Nachtisch aus Reis, und es schmeckt besser als es aussieht 😉

Ansonsten ist Kuala Lumpur eine überraschend moderne Stadt, was vor allem auch an den sehr guten Transportmöglichkeiten erkennbar ist, bestehend aus verschiedenen Systemen (Metro, Bahn usw.). Auch die ganzen modernen Malls sind der Wahnsinn, eine schicker und schöner als die andere. Wobei sich sicher das nicht alle hier leisten können, auch Armut und verdreckte Viertel sehen wir, eine Stadt der Extreme halt. Und genau so extrem ist auch das Wetter. Es ist unerträglich heiß und schwül, die Sonne brennt einem so richtig alles weg, so dass Tina nun, wie viele hier, einen Schirm zum Schutz aufspannt.

Museen, Gotteshäuser und ein Urwald

Wir besuchen verschiedene Viertel der Stadt, unter anderem das interessante City Art Gallery Museum, wo einem die koloniale Geschichte interessant rüber gebracht wird und auch die Visionen für die immer weiter wachsende Stadt aufgezeigt werden.

Wir schlendern durch Chinatown in der Petaling Street, wo es jeglichen Krimskrams gibt und durch das indische Viertel Little India Brickfields, wo es auch jeglichen Krimskrams gibt sowie alles sehr bunt und sehr laut ist. Hängen ab in Bukit Bintang, ein beliebtes Ausgeh- und Shoppingviertel. Besuchen die große Moschee Masjid Jamek und einen hinduistischen Tempel.

Und natürlich die Petronas Tower, das Wahrzeichen der Stadt, der im Geschäftsviertel liegt, mit vielen schicken und teuren Geschäften und umgeben von einem schönen Park (KLCC).

Außerdem besuchen wir noch den Eco Forest Park, bei dem man über Hängebrücken mitten in der Stadt in den Zipfeln eines Urwalds herumspazieren kann (genannt Canopy Walk). Wir treffen dort 2 Mädels, die Fotos mit uns machen wollen, warum auch immer, da Touris hier eigentlich keine Seltenheit sind. Aber es ist sehr nett und überraschenderweise kann eine von den beiden sogar ein bisschen deutsch.

Am letzten Abend geht es zum Abschied noch in eine coole Location. Ein noch aktiver Helikopterlandeplatz wird abends zur Bar (Helipad Lounge Menara KH). Gar nicht so leicht zu finden, da nicht ausgeschildert, fragt man sich durch und landet einfach in einem Hochhauskomplex und nimmt den Aufzug in die höchste Etage.

Bei ein paar Bierchen und Cocktails genießen wir den Übergang von Tag zur Nacht mit einem sensationellen Ausblick auf die Stadt und freuen uns auf die nächsten Abenteuer, die uns auf Bali erwarten.

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