Am Flughafenschalter in Cartagena realisieren wir mehr aus Zufall, dass wir Business Class gebucht haben, war irgendeine Promo, und ich dachte das wäre irgendein Tarif. Nicht schlecht, für 45€ mit Priority Check-in & Boarding, abhängen in der Lounge mit Freigetränken und diesen fetten Sitzen und Bierchen im Flugzeug. Leider dauert der Flug nur 80 Minuten ?

Vom Flughafen nehmen wir ein Taxi zu unserem Hostel Chillin District im Backpackerviertel El Poblado. Wie der Name schon sagt, ein gemütliches Hostel mit sehr chilligem Flair.

Das Problem mit dem Image

Also sind wir nun in dieser sagenumwobenen Stadt Medellín, welche wohl immer noch eines der schwierigsten Images auf diesem Planeten hat. Wir machen am ersten Tag als Einstieg wieder einmal eine City Walking Tour in Downtown. Um ehrlich zu sein, die Stadt ist nicht besonders schön, es gibt auch kein so richtiges Altstadtviertel wie in Bogota, aber trotzdem mögen wir diese Stadt auf Anhieb. Das hängt sicher auch mit dem Klima zusammen, angenehme 25° C und nicht so schwül wie an der Küste. Man nennt Medellín auch die Stadt des ewigen Frühlings ?

Aber zurück zum Image von Kolumbien und im Speziellen Medellín. Die Stadt galt in den Neunzigern als die gefährlichste Stadt der Welt und das hatte seine Gründe… Und gerade die ältere Generation verbindet das natürlich immer noch mit dieser Stadt. Dies bestätigt auch unser Guide. Er fragt in die Runde, welche Verwandten sich denn freuen würden, dass man gerade Medellín besucht, und mal gerade einer zeigt auf 🙂

Und auch die Sendung Narcos hat dazu beigetragen, auch bei der jüngeren Generation, die Geschichte wieder aufleben zu lassen. Aber Pablo Escobar wird hier nicht glorifiziert, der Guide nennt ihn nur „the famous criminal“, damit Passanten nicht denken, es geht hier nur um ihn. Es ist allen bewusst, was dieser Mensch der Stadt und dem Land angetan hat und welche Brutalität und Verbrechen durch ihn vollzogen wurden. Das kann mal nicht aufwiegen durch ein bisschen soziales Engagement.

Aber Kolumbien und Medellín sind im Wandel und arbeiten hart an ihrem Image! Im Jahre 2000 kamen mal gerade 50.000 Touristen hierher, letzten Jahr waren es an die 5 Mio. Und wir sind uns sicher, dass diese Zahl, wenn die Sicherheitslage sich noch weiter verbessert, in den nächsten Jahren weiter nach oben steigen wird. Denn dieses Land ist wirklich schön und die Menschen gut drauf und sehr nett.

Am besten wird dieser Wandel durch 2 Statuen präsentiert, die wiederum von dem berühmten kolumbianischen Künstler Botero stammen. Eine wurde durch eine Bombe 1995 zerstört, die während eines Konzertes 20 Menschen in den Tod rissen. Diese Statue steht für die brutale Vergangenheit mit all den Bürgerkriegen zwischen den Paramilitärs und den Guerillas, den Anschlägen, Entführungen, Drogen und über 200.000 Toten während der letzten Jahrzehnte.

Die neue gestaltete Statue steht für das neue und moderne Kolumbien, in dem gerade durch den eingesetzten Friedensprozess in den letzten Monaten und Jahren eine Entspannung der Sicherheitslage entstanden ist. Und das merkt man gerade auch in Medellín. Während der Führung mit den vielen anderen Gringos, kommen immer mal wieder Kolumbianer vorbei und heißen uns in ihrem Land willkommen, schenken uns ein Lächeln oder strecken den Daumen nach oben. Hier wird man als Tourist wirklich noch mit offenen Armen empfangen!

Darüber hinaus ist Medellín modern und recht wohlhabend, es gibt eine Metro (die einzige in Südamerika), und auch viele Autos sind neu, die Gebäude sehen recht stabil aus. Natürlich gibt es aber auch hier viele nicht so schöne und recht gefährliche Ecken. Hier ein paar weitere Eindrücke der Stadt:

Don’t give Papaya!

Während unserer City Tour erklärt uns der Guide, dass er uns immer mal wieder das „Papaya“ Level anzeigen wird, gemeint ist damit, wie gefährlich es während der Tour ist, vor allem in Bezug auf unsere Habseligkeiten. Und auch in der Stadt, vor allem im Viertel El Pablado sehen wir an vielen Restaurants und Hostels den Schriftzug „Don’t give Papaya“.

Für alle, die es nicht wissen, Papaya ist eigentlich eine Frucht, und warum man gerade diese als Synonym verwendet, habe ich nicht wirklich verstanden, aber die Idee ist natürlich gut. Im Grunde bedeutet der Satz, dass man sich nicht in Situationen begeben sollte, bei denen jemand einen ausnutzen kann. In dem Zusammenhang ist gemeint, dass man Kriminelle und Diebe erst gar nicht herausfordern sollte einem etwas zu stehlen, ihnen erst gar keine Möglichkeit gibt. Soll heißen, dass man Wertsachen versuchen sollte, nicht öffentlich zur Schau zu stellen.

Santo Domingo & El Poblado

Am zweiten Tag fahren wir mit der Seilbahn nach Santo Domingo, ja auch hier gibt es eine Seilbahn als Transportmittel, mit mal wieder schönen Aussichten über die Stadt:

Ansonsten hängen wir viel in dem hippen Backpackerviertel El Poblado ab, es ist wirklich nett hier, das Wetter sehr angenehm und es gibt tolle Läden, Bars und Restaurants. Man kommt sich hier vor wie in einer Hippsterstadt. Wir gehen hier auch das erste Mal seit langem richtig lecker Wurst & Käse essen, in Verbindung mit einem kalten Rosé ein Traum 🙂

Und noch ein kleiner Absatz zu Kolumbien und Schönheitsoperationen. Das ist hier nicht unüblich und viele Damen lassen dies in jungen Jahren über sich ergehen. Das kuriose daran sind neben den allseits bekannten Brustoperationen sich Implantate in den Allerwertesten einsetzen zu lassen, damit dieser vor allem sehr groß wirkt. Unverkennbar natürlich und recht amüsant, könnte man glatt ein Bier drauf abstellen 🙂

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